Malte Gallèe warnt vor „point of no return“

Die Message, die Malte Gallée, der oberfränkische Spitzenkandidat der Grünen zur Europawahl mitgebracht hatte, war unmissverständlich: „Nutzt die historische Chance und geht für eure Zukunft auf die Straße!“ riet er den Schülern und Schülerinnen am Mittwoch, 13.03. im Festsaal der Freien Waldorfschule Heidenheim.

Nicht die Schule, sondern die Waldorfschüler selbst in Gestalt der SMV, hatten im Zuge der Aktion „Fridays for future“  diesen Vortrag über Umwelt und Klimawandel organisiert und die Einladung auch an alle Schüler/innen der Heidenheimer Gymnasien ausgesprochen.

Für Malte Gallée war der Besuch in der Heidenheimer Waldorfschule freilich ein Heimspiel, absolvierte er doch dort vor sechs Jahre sein Abitur. Heute studiert der 25-jährige Philosophie und Volkswirtschaft in Bayreuth, ist seit 2010 Mitglied bei den Grünen und nach wie vor in vielen Sozial- und Umwelt-Projekten involviert.

„Ich sehe uns als Sprachrohr zwischen Wissenschaft und Politik“, erklärte Gallée den Jugendlichen im Saal. Und so stützte der Student seine Ausführungen ganz ohne Polemik  auf wissenschaftliche Fakten und kausale Folgerungen, sprach über das Zustandekommen des Treibhauseffekts, den Klimawandel als Wirtschaftsproblem, aber auch über die moralische Verantwortung gegenüber nachfolgenden Generationen.

Die Notwendigkeit, jetzt zu handeln, bekräftigte Gallée mit der Sorge, dass in nicht allzu ferner Zeit der Kipppunkt (point of no return) erreicht sein könnte, ab dem eine Umkehrung der menschgemachten Umweltzerstörung nicht mehr möglich ist. Es gilt zu verhindern,  so der 25-Jährige, dass durch Treibhausgase die durchschnittliche Temperatur auf unserem Planeten weiter steigt. Er wies auf die Gefahr hin, sollte auch das Grönländische Eis schmelzen und der Meeresspiegel dabei um sieben Meter ansteigen, oder  das im sibirischen Permafrost gebundene Methan frei werden.

Weiterhin setzte der Vortragende  den Fokus auf die umweltschädigende CO2-Belastung durch Kohlekraftwerke. „Die insgesamt 13 deutschen Kohlekraftwerke in Deutschland erzeugen eine schädliche  CO2-Bilanz in einer Größenordnung wie der gesamte Straßenverkehr Deutschlands“. Hier müsse man ansetzen, meinte Gallèe und sieht das Innovationsland Deutschland in der Pflicht,  „denn wenn es eine wohlhabende Nation mit all ihren technischen Möglichkeiten nicht schafft, die selbstgesteckten Klimaziele zu erreichen, was will man dann von anderen Ländern erwarten?“

Auch Antworten brachte der junge Mann mit nach Heidenheim. Neben umweltfreundlichen Verhaltens-Tipps für Jedermann wie ein verantwortlicher Konsum von Fleischprodukten, Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln, Meidung von Flugreisen und Abkehr von der Wegwerfgesellschaft, „ist es Zeit, der Politik Feuer unter dem Hintern zu machen“, so Gallèe. „Informiert euch und geht auf die Straße!“

Hier geht es zu einem Video auf YouTube, in dem die junge Schwedin Greta Thunberg auf der Klimakonferenz in Kattowitz spricht.