Roderich Kiesewetter im Gespräch

Roderich Kiesewetter im Gespräch mit rund 100 Oberstufenschülerinnen und -schülern

Die Freie Waldorfschule Heidenheim durfte den Bundestagsabgeordneten Roderich Kiesewetter zu einem Besuch an der Schule begrüßen. Im Mittelpunkt stand zunächst ein intensives Gespräch mit rund 100 Schülerinnen und Schülern der Oberstufe zu aktuellen politischen und gesellschaftlichen Fragen.

Zu Beginn wurde der Ausgang der Landtagswahl in Baden-Württemberg aufgegriffen. Roderich Kiesewetter fand dabei wertschätzende Worte sowohl für den Spitzenkandidaten der CDU als auch für den der Grünen. Schnell weitete sich das Gespräch auf grundsätzliche Fragen politischer Verantwortung und aktueller Entwicklungen aus.

Auf Fragen der Schülerinnen und Schüler schilderte Kiesewetter auch seinen persönlichen Weg in die Politik. Er berichtete, dass er sich schon früh für politische Themen interessiert habe, bereits als Schülersprecher aktiv gewesen sei und sich schon in jungen Jahren mit politischen Fragestellungen beschäftigt habe. Heute ist er der einzige Bundestagsabgeordnete des Wahlkreises und betonte in diesem Zusammenhang, dass er sein Mandat in gewisser Weise parteiübergreifend wahrnehme. Zugleich äußerte er auch kritische Anmerkungen zur aktuellen Politik der Bundesregierung.

Ein weiterer Themenblock war die Entwicklung des Parteiensystems in Deutschland. In diesem Zusammenhang wurde auch über ein mögliches Verbotsverfahren gegen die AfD gesprochen. Breiten Raum nahmen außerdem die aktuellen internationalen Konflikte ein. Besonders vor dem Hintergrund des weltpolitischen Geschehens war Kiesewetters sicherheits- und verteidigungspolitische Expertise für die Schülerinnen und Schüler von großem Interesse.

So ging es in mehreren Fragen um den Krieg in der Ukraine, seine Hintergründe und die politischen Zusammenhänge. Auch die Lage im Nahen Osten und die Rolle des Iran wurden diskutiert. Daran anknüpfend sprachen die Schülerinnen und Schüler mit dem Abgeordneten über die Themen Dienstpflicht und Wehrpflicht. Kiesewetter sprach sich dabei für eine allgemeine Dienstpflicht aus, die entweder bei der Bundeswehr oder in einem sozialen Bereich geleistet werden könne.

Weitere Fragen bezogen sich auf die veränderte Rolle der NATO, aktuelle Kräfteverschiebungen in der internationalen Politik sowie auf die Arbeit des Bundesnachrichtendienstes. Auch die Bedrohung durch Cyberangriffe und mögliche Reaktionen des Staates darauf wurden angesprochen.

Dass das Interesse der Schülerinnen und Schüler weit über sicherheitspolitische Themen hinausging, zeigte sich an weiteren Fragen etwa zur rechtlichen Stellung von Hebammen und den Auswirkungen auf die Versorgung, zur Rentenpolitik sowie zu bildungspolitischen Fragestellungen.

Im zweiten Teil seines Besuchs konnte sich Roderich Kiesewetter dann ein Bild von der positiven Weiterentwicklung der Waldorfschule machen. Besonders beeindruckt zeigte er sich vom Grünen Klassenzimmer auf dem Flachdach, das dank des Bundesförderprogramms „Klimaanpassung in sozialen Einrichtungen“ entstanden ist und nun in vielfältiger Weise für Unterricht im Freien genutzt werden kann, beispielsweise im Rahmen der Bienenpädagogik.

Ein besonderes Interesse galt darüber hinaus dem Gartenbaugelände und der dortigen Erweiterung durch die Jurte, die im Rahmen eines Schülerprojekts entstanden ist. Sie erweitert das pädagogische Raumangebot der Schule in eindrucksvoller Weise und eröffnet neue Möglichkeiten für Unterricht, Begegnung und gemeinschaftliches Lernen.

Auch über die großen Herausforderungen im Bereich der Schulbausanierung konnte sich Kiesewetter vor Ort informieren und sich dazu mit der Geschäftsführung und weiteren Verantwortlichen austauschen.

Der Besuch machte deutlich, wie groß das Interesse junger Menschen an politischen Zusammenhängen und aktuellen Entwicklungen ist. Zugleich bot er Gelegenheit, dem Abgeordneten die lebendige Entwicklung der Schule und ihre pädagogischen Projekte vor Ort zu zeigen.